Ari, mein Seelenhund, mit KI erstellt. Warum ich KI-Bilder nutze
Ratgeber · Verdauung
Kurz gesagt: Ein sanfter Darmaufbau beim Hund beginnt nicht mit einem Pulver, sondern mit Ruhe. Zuerst bekommt der Darm einige Wochen lang eine einfache, gut verträgliche Ration ohne Experimente. Erst dann kommen weitere Bausteine wie ein Probiotikum dazu, immer einzeln und in kleinen Schritten. Macht der Bauch gerade akut Probleme, etwa nach einem Umzug, dürfen Moro’sche Karottensuppe und Flohsamenschalen schon von Anfang an dabei sein. Neue Zutaten führst du genauso langsam ein und beobachtest dabei Kot, Haut und Befinden.
Weicher Kot, der einfach nicht fest werden will. Ein Bauch, der grummelt. Vielleicht kratzt sich dein Hund auch öfter, als dir lieb ist. Und überall liest du von Pulvern, Kuren und Wundermitteln für die Darmflora. Ich verstehe gut, dass du am liebsten sofort alles auf einmal ausprobieren möchtest. Ein empfindlicher Darm braucht aber vor allem eins: Zeit und eine Reihenfolge, die ihn nicht überfordert.
Inhalt
- Wann ist ein Darmaufbau beim Hund sinnvoll?
- Warum braucht der Darm zuerst Ruhe?
- Wie läuft ein sanfter Darmaufbau ab?
- Wie gibst du Flohsamenschalen richtig?
- Wie führst du neue Zutaten ein oder tauschst sie aus?
- Woran erkennst du, dass ihr auf einem guten Weg seid?
- Was hat Stress mit dem Darm zu tun?
- Wo meine Arbeit endet
- Häufige Fragen
- Kernaussagen
- Dein nächster Schritt
- Quellen
Wann ist ein Darmaufbau beim Hund sinnvoll?
Ein Darmaufbau kann sinnvoll sein, wenn die Verdauung über längere Zeit aus dem Gleichgewicht ist oder gerade eine große Veränderung hinter dem Darm liegt. Im Darm leben unzählige kleine Helfer, die Darmflora. Sie verarbeiten das Futter, halten die Darmschleimhaut gesund und arbeiten eng mit der Abwehr zusammen. Gerät dieses Gleichgewicht durcheinander, siehst du das oft am Kot, am Bauch und manchmal auch an Haut und Fell.
Typische Situationen sind:
- Der Kot ist über längere Zeit weich oder schleimig.
- Der Bauch ist empfindlich, dein Hund hat oft Blähungen.
- Ihr habt gerade das Futter umgestellt.
- Dein Hund hat Antibiotika oder eine Wurmkur bekommen.
- Haut und Fell zeigen, dass innen etwas aus dem Gleichgewicht ist.
Wichtig ist mir dabei eine Unterscheidung: Ein Darmaufbau begleitet die Verdauung über den Napf. Er klärt nicht, warum der Darm aus dem Tritt gekommen ist. Hält ein Durchfall an oder kommt er immer wieder, gehört die Ursache zuerst in die Tierarztpraxis.
Kurz für dich: Ein Darmaufbau passt, wenn die Verdauung länger unruhig ist oder nach Antibiotika, Wurmkur oder Futterwechsel. Die Ursache klärt der Tierarzt.
Warum braucht der Darm zuerst Ruhe?
Weil ein gereizter Darm mit jedem neuen Reiz weiter beschäftigt ist und sich so nicht erholen kann. Bevor du etwas aufbaust, darf er deshalb zur Ruhe kommen. Erst auf einer ruhigen Basis siehst du später auch, was ein neuer Baustein wirklich bewirkt.
In dieser Phase fütterst du nur das Wesentliche. Das sind wenige, gut verträgliche Zutaten, die dein Hund bisher gut vertragen hat. Alles wird weich gekocht und püriert oder zerdrückt. Lauwarm und auf mehrere kleine Mahlzeiten verteilt ist es für den Darm am leichtesten.
Diese Dinge haben jetzt Pause:
- Leckerli, Kauartikel und Snacks
- Probiotika, Kräuter und andere Zusätze, die nicht im Futterplan stehen (Ausnahme bei akuten Beschwerden: Moro’sche Karottensuppe und Flohsamenschalen, siehe unten)
- Gemüse, das nicht im Futterplan steht
- Futterwechsel und Experimente jeder Art
Ein Punkt wird dabei gern übersehen. Eine Ration aus nur Fleisch und Kartoffel deckt den Bedarf deines Hundes nicht. Ein passendes Öl und ein Mineral- und Vitaminzusatz gehören deshalb von Anfang an dazu. Sie sind kein Extra, sondern Teil der Ration. Wie viel davon dein Hund braucht, hängt von seiner Ration ab und sollte berechnet werden.
Die Ruhephase dauert mindestens zwei bis vier Wochen. Je nach Fall, etwa bei einer Ausschlussdiät, eher vier Wochen.
Kurz für dich: Erst wenige, gut verträgliche Zutaten und nichts Neues. Öl und Mineralzusatz gehören trotzdem dazu, damit dein Hund gut versorgt bleibt.
Wie läuft ein sanfter Darmaufbau ab?
Ein sanfter Darmaufbau läuft in vier Etappen: Ruhe, Aufbau, Erweitern und Stabil bleiben. Jede Etappe beginnt erst, wenn die vorige gut läuft. Die Basis aus der Ruhephase bleibt dabei die ganze Zeit gleich.
| Etappe | Wann | Was passiert | Worauf du achtest |
|---|---|---|---|
| Ruhe | mindestens die ersten zwei bis vier Wochen, je nach Fall eher vier | wenige, gut verträgliche Zutaten, keine Zusätze außer denen im Plan; bei akuten Beschwerden gleich Moro’sche Karottensuppe und Flohsamenschalen | Kot, Bauch, Allgemeinbefinden |
| Aufbau | wenn der Darm ruhig ist | nacheinander Bausteine für die Darmflora: Flohsamenschalen, falls noch nicht dabei, danach ein Probiotikum | immer nur ein neuer Baustein, der nächste erst, wenn er gut vertragen wird |
| Erweitern | wenn alles über einige Wochen stabil ist | neue Zutaten einzeln testen | etwa eine Woche pro Zutat, danach Pause, bei Eiweiß länger |
| Stabil bleiben | langfristig | eine ausgewogene, gut verträgliche Fütterung | wöchentlich wiegen, Kot und Haut im Blick |
Warum diese Reihenfolge? Ein Probiotikum oder ein Präbiotikum ist ein Reiz für den Darm, auch wenn er ein guter ist. Kommen drei Dinge gleichzeitig dazu und der Bauch wird unruhig, weißt du nicht, woran es lag. Kommt eins nach dem anderen, weißt du es.
Aus meiner Beratung weiß ich: Ungeduld wird hier meist direkt bestraft. Wenn es gerade gut wird und man zu schnell alles will, kann es einen Rückfall geben.
Und wenn der Bauch gerade akut Probleme macht?
Dann wartest du nicht erst wochenlang. Nach einem Umzug, einer Reise oder einem Futterwechsel braucht der Darm oft sofort Unterstützung. In solchen Momenten setze ich gleich auf die Moro’sche Karottensuppe und auf Flohsamenschalen. Das Futter bleibt dabei, wie es ist. Hat dein Hund dagegen etwas Verdorbenes gefressen oder steckt ein Fütterungsfehler dahinter, bekommt er zuerst ein bis zwei Tage Schonkost.
Die Moro’sche Karottensuppe ist eine lange gekochte Karottensuppe. Du schälst 500 Gramm Karotten, schneidest sie klein und lässt sie in einem Liter Wasser 90 Minuten köcheln. Dann pürierst du alles fein und füllst mit abgekochtem Wasser wieder auf einen Liter auf. Für Hunde kommen kein Salz und keine Gewürze hinein. Lauwarm mischst du die Suppe esslöffelweise unter das Futter. Wie viel es sein darf, hängt von der Größe deines Hundes ab. Im Kühlschrank hält sie zwei bis drei Tage, portionsweise eingefroren bis zu drei Monate.
Warum gerade Karotten? Sie enthalten Pektin, einen löslichen Ballaststoff, der Wasser bindet und den guten Darmbakterien als Futter dient. Die Bakterien bilden daraus unter anderem Buttersäure, mit der sich die Zellen der Darmschleimhaut versorgen. Durch das lange Kochen wird die Karotte weich und gut verträglich, und ein Teil des Pektins zerfällt in kleine Zuckerbausteine. Beim Menschen geht man davon aus, dass sie es bestimmten Keimen schwerer machen, an der Darmwand anzuhaften, beim Hund ist das bisher kaum untersucht.
Läuft bei deinem Hund eine strenge Ausschlussdiät, kommen die Flohsamenschalen erst nach der Ruhephase dazu. Die Suppe gibt es dort nur, wenn Karotte in den Plan passt. Hält der Durchfall länger als ein bis zwei Tage an oder kommen Erbrechen, Blut oder Schlappheit dazu, geh bitte zur Tierarztpraxis.
Kurz für dich: Ruhe, Aufbau, Erweitern, Stabil bleiben. Immer nur eine Neuerung. Bei akuten Beschwerden dürfen Moro’sche Karottensuppe und Flohsamenschalen gleich von Anfang an dazu.
Wie gibst du Flohsamenschalen richtig?
Flohsamenschalen gibst du immer vorher in Wasser gequollen, in sehr kleiner Menge beginnend und jeden Tag zur gleichen Mahlzeit. Sie gehören zu den Ballaststoffen, die die guten Darmbakterien füttern. Fachleute nennen solche Stoffe Präbiotika. Macht der Bauch gerade akut Probleme, kannst du sofort damit beginnen. Auch dann fängst du klein an, mit einer Messerspitze, und steigerst langsam.
Flohsamenschalen quellen stark auf und binden viel Wasser. Dadurch wird weicher Kot fester und harter Kot geschmeidiger. Ihre Schleimstoffe legen sich dabei sanft an die Darmwand. Die meisten Hunde vertragen sie gut, auch die empfindlichen. Auch in der tierärztlichen Diätetik werden Flohsamen als lösliche Faser bei Verdauungsproblemen eingesetzt.
So gehst du vor:
- Klein anfangen. In der ersten Woche reicht eine Messerspitze am Tag. Danach steigerst du über einige Wochen langsam bis zu der Menge, die für deinen Hund passt.
- Quellen lassen. Verrühre die Flohsamenschalen mit etwa zehnmal so viel Wasser, also 1 Gramm auf 10 Milliliter. Lass sie mindestens 10 Minuten stehen, bis ein Gel entsteht.
- Untermischen. Das Gel mischst du gut unter das Futter.
- Dabei bleiben. Gib sie jeden Tag zur gleichen Mahlzeit. Das gibt dem Darm Sicherheit.
Wichtig:
- Nie trocken füttern, immer vorher quellen lassen.
- Frisches Wasser muss immer bereitstehen.
- Bekommt dein Hund Medikamente, gib die Flohsamenschalen mit etwa 2 Stunden Abstand dazu. Stimme das am besten kurz mit deiner Tierarztpraxis ab.
- Mehr ist hier nicht besser. Bei einer zu großen Menge können Blähungen und ein grummelnder Bauch auftreten, der Kot wird sehr voluminös oder wieder weich. Sehr viele Ballaststoffe können außerdem die Verdaulichkeit des Futters senken. Fehlt dabei Wasser, kann es umgekehrt zu Verstopfung kommen, im ungünstigsten Fall bis zum Darmverschluss. Dann gehst du in der Menge einen Schritt zurück und achtest darauf, dass dein Hund genug trinkt. Hat er Verstopfung mit Bauchschmerzen oder erbricht er, geh bitte zur Tierarztpraxis.
Die passende Endmenge hängt von Größe, Ration und Verdauung deines Hundes ab. Darum steht sie hier bewusst nicht. Halte dich an deinen Futterplan oder an die Herstellerangaben und steigere nie schneller, als der Bauch es mitmacht.
Kurz für dich: Immer quellen lassen, mit einer Messerspitze anfangen, langsam steigern. Frisches Wasser muss immer dastehen.
Wie führst du neue Zutaten ein oder tauschst sie aus?
Neue Zutaten kommen erst dazu, wenn Kot, Haut und Verhalten über mehrere Tage ruhig sind, und dann immer nur eine auf einmal. Das gilt fürs Ergänzen genauso wie fürs Austauschen.
Eine neue Zutat ergänzen
Beginne mit einer kleinen Menge der neuen Zutat, zum Beispiel einem gegarten Gemüse. Über etwa eine Woche führst du sie ein und beobachtest genau: Wie sieht der Kot aus, wie die Haut, wie wirkt dein Hund? Läuft alles gut, darf die Menge in dieser Zeit Schritt für Schritt wachsen. Danach machst du erst einmal Pause, bevor die nächste Zutat dran ist. So kommt nicht jede Woche etwas Neues dazu.
Eine Zutat austauschen
Tausche immer innerhalb der gleichen Gruppe, also Gemüse gegen Gemüse und Kohlenhydrat gegen Kohlenhydrat. Fenchel lässt sich zum Beispiel gut durch Zucchini, Karotte oder Pastinake ersetzen. Bewährt hat sich ein Wechsel in Vierteln:
| Tage | Bisherige Zutat | Neue Zutat |
|---|---|---|
| 1 bis 2 | drei Viertel | ein Viertel |
| 3 bis 4 | die Hälfte | die Hälfte |
| 5 bis 6 | ein Viertel | drei Viertel |
| ab Tag 7 | – | ganz |
Hat dein Hund einen besonders empfindlichen Bauch, darfst du dir für jede Stufe mehr Zeit nehmen.
Eine neue Eiweißquelle testen
Eine neue Fleischsorte kommt zuletzt, wenn alles schon länger stabil ist. Beobachte sie mindestens 7 bis 10 Tage, denn die Haut reagiert manchmal erst später als der Bauch. Zeigt sich eine Reaktion, geht es sofort zurück zur gewohnten Ration.
Kurz für dich: Eine Zutat, kleine Menge, etwa eine Woche einführen, dann Pause. Beim Austauschen in Vierteln wechseln, neues Fleisch ganz zum Schluss.
Woran erkennst du, dass ihr auf einem guten Weg seid?
Du erkennst es vor allem am Kot, am Bauch und daran, wie wohl sich dein Hund fühlt. Diese Zeichen zeigen, dass sich etwas beruhigt:
- Der Kot wird fester und gleichmäßiger: braun, geformt, leicht feucht.
- Es gibt weniger Schleim und weniger Blähungen.
- Der Bauch ist ruhig und entspannt.
- Haut und Pfoten werden ruhiger, dein Hund leckt und kratzt sich weniger.
- Er hat mehr Energie und Lebensfreude.
Kleine Schwankungen sind normal. Wichtig ist, wie es über mehrere Tage aussieht.
Wenn du ein Gespräch mit mir möchtest, reicht es mir, wenn du dir Notizen zu Kot, Haut und dem Verhalten machst. Wenn du dir unsicher bist, kannst du auch ein Foto aufnehmen. Dann reden wir darüber.
Erste Veränderungen zeigen sich oft nach zwei bis drei Wochen. Bis sich auch die Haut sichtbar beruhigt, dauert es meist länger, weil sie sich erst erneuern muss.
Wann du lieber nichts Neues einführst: wenn der Juckreiz gerade stärker wird, der Kot wieder weicher oder schleimig ist oder sich die Haut verschlechtert. Dann gilt: erst stabilisieren, dann weitermachen.
Wenn es schlechter wird: Geh einen Schritt zurück zu der letzten Menge oder Ration, die gut lief. Bleib dort ein paar Tage, bis es wieder passt. Dann geht es weiter. Das ist kein Scheitern, sondern Rücksicht auf den Bauch.
Kurz für dich: Fester Kot, ein ruhiger Bauch und ein zufriedener Hund sind gute Zeichen. Wird es schlechter, einen Schritt zurück und kurz durchatmen.
Was hat Stress mit dem Darm zu tun?
Mehr, als viele denken: Aufregung, Angst oder große Veränderungen können die Verdauung bremsen. Unter Stress bildet der Körper weniger Verdauungssäfte, und der Magen entleert sich langsamer. Ein Umzug, eine Reise oder ein unruhiger Alltag können sich deshalb direkt am Kot zeigen.
Es ist nicht immer gleich eine Unverträglichkeit. Manchmal ist auch Stress der Auslöser, und das ist bei manchen Hunden stärker ausgeprägt als bei anderen.
Auch die Darmflora und das Befinden eines Hundes scheinen zusammenzuhängen. Erste Studien deuten darauf hin, die Forschung dazu steht aber noch am Anfang.
Für den Darmaufbau heißt das ganz praktisch:
- Füttere an einem ruhigen Platz, ohne Hektik.
- Lass deinen Hund nach dem Fressen ruhen, statt direkt zu toben oder zu rennen.
- Feste Abläufe und feste Futterzeiten geben Sicherheit.
- Plane den Start des Darmaufbaus möglichst nicht in eine Zeit mit Urlaub, Umzug oder Besuch. Reagiert der Bauch in so einer Zeit, dürfen Moro’sche Karottensuppe und Flohsamenschalen sofort dazukommen, das Futter bleibt gleich.
Kurz für dich: Ein entspannter Hund verdaut besser. Ruhe beim Fressen und feste Abläufe sind Teil des Darmaufbaus.
Wo meine Arbeit endet
Ich bin Ernährungsberaterin, keine Tierärztin. Ernährung begleitet und unterstützt, sie ersetzt keine Untersuchung und keine Behandlung.
Bitte geh direkt zur Tierärztin oder zum Tierarzt, wenn du eines dieser Zeichen bemerkst:
- mehrmaliges Erbrechen
- Blut im Kot oder im Erbrochenen
- sehr dunkler oder schwarzer Kot
- auffällige Schlappheit
- dein Hund will plötzlich nicht mehr fressen
- Durchfall, der länger als ein bis zwei Tage anhält, bei Welpen und alten Hunden früher
- entzündete, stark juckende oder nässende Haut, entzündete oder riechende Ohren
Ein aufgeblähter Bauch mit Würgen, ohne dass etwas herauskommt, ist ein Notfall. Dann bitte sofort in die Tierklinik.
Verordnet die Tierarztpraxis eine Diät oder Medikamente, gilt diese Anweisung. Der Darmaufbau richtet sich dann danach, nicht umgekehrt.
Kurz für dich: Bei Warnzeichen zuerst zum Tierarzt. Danach schaust du in Ruhe, wie es mit der Fütterung weitergeht.
Häufige Fragen
Wie lange dauert ein Darmaufbau beim Hund?
Rechne eher mit Monaten als mit Wochen. Die Ruhephase dauert mindestens zwei bis vier Wochen, je nach Fall eher vier, der Aufbau mit einzelnen Bausteinen noch einmal einige Wochen. Die neue, gut verträgliche Basis bleibt danach am besten eine ganze Weile bestehen, weil Darm und Haut Zeit zum Erholen brauchen.
Kann ich Probiotika gleich am Anfang geben?
Besser nicht. In der Ruhephase soll der Darm möglichst wenig Neues verarbeiten. Ein Probiotikum kommt erst im Aufbau dazu, als einzelner Baustein und mit einer kleinen Menge zum Start. Nimm dafür nur ein Produkt, nicht mehrere gleichzeitig.
Kann Stress beim Hund Durchfall auslösen?
Ja, Stress kann beim Hund Durchfall auslösen. Typische Auslöser sind ein Umzug, eine Reise, Besuch im Haus oder ein paar Tage in der Hundepension. Der Kot wird dann weich, manchmal auch schleimig. Wie stark ein Hund auf Aufregung reagiert, ist sehr unterschiedlich. Manche bleiben gelassen, bei anderen schlägt jede Veränderung auf den Bauch. Unterstützen kannst du den Darm dann sofort mit Moro’scher Karottensuppe und gequollenen Flohsamenschalen, beginnend mit einer Messerspitze, während das gewohnte Futter gleich bleibt. Hält der Durchfall länger als ein bis zwei Tage an oder kommen Blut, Erbrechen oder Schlappheit dazu, geh bitte zur Tierarztpraxis.
Ist Durchfall beim Hund immer eine Unverträglichkeit?
Nein, Durchfall beim Hund ist nicht immer eine Unverträglichkeit. Genauso können Stress, ein zu schneller Futterwechsel, verdorbenes Futter, Parasiten wie Giardien oder eine Erkrankung von Darm, Leber oder Bauchspeicheldrüse dahinterstecken. Bevor du das Futter umstellst oder eine Ausschlussdiät beginnst, lass deshalb in der Tierarztpraxis den Kot auf Parasiten untersuchen und andere Ursachen abklären. Danach hilft ein einfaches Tagebuch: Notiere, was dein Hund gefressen hat, was los war und wie der Kot aussah. So erkennst du, ob die Beschwerden eher Ereignissen wie Besuch oder einer Reise folgen oder einer bestimmten Zutat im Futter.
Darf ich Flohsamenschalen auch während einer Ausschlussdiät geben?
Nur nach Absprache. Flohsamenschalen sind selbst eine pflanzliche Zutat. In einer strengen Ausschlussdiät wären sie eine neue Quelle und könnten das Ergebnis verwässern. Bei einer Ausschlussdiät kommen Bausteine für den Darm deshalb erst dazu, wenn die strenge Phase gut läuft. Mehr dazu liest du im Artikel zur Ausschlussdiät beim Hund.
Braucht mein Hund nach Antibiotika einen Darmaufbau?
Nicht jeder, aber es kann sinnvoll sein. Antibiotika wirken auch auf die nützlichen Bakterien im Darm und können die Darmflora deutlich verändern. Läuft die Behandlung noch, sprich vorher mit deiner Tierarztpraxis, wann ein Aufbau passt.
Welche Lebensmittel sind im Darmaufbau ungünstig?
Alles, was bläht oder schwer verdaulich ist. Dazu gehören rohe Paprika, Aubergine und grüne Tomaten, größere Mengen Kohl wie Brokkoli, Hülsenfrüchte sowie Milch und Milchprodukte. Viele Hunde vertragen Milchzucker schlecht. Giftige Lebensmittel wie Trauben, Rosinen, Zwiebeln, Knoblauch, Schokolade und Xylit gehören ohnehin nie in den Napf.
Kernaussagen
- Ein sanfter Darmaufbau beim Hund beginnt mit einer Ruhephase aus wenigen, gut verträglichen Zutaten.
- Ein Probiotikum kommt erst nach der Ruhephase und einzeln dazu. Macht der Bauch akut Probleme, nach einem Umzug oder einer Reise, dürfen Moro’sche Karottensuppe und Flohsamenschalen sofort dazukommen. Bei einer strengen Ausschlussdiät kommen die Flohsamenschalen erst später und die Suppe nur, wenn Karotte in den Plan passt.
- Flohsamenschalen werden nie trocken gefüttert, sondern vorher etwa im Verhältnis 1 zu 10 in Wasser gequollen.
- Neue Zutaten führst du einzeln und in kleiner Menge über etwa eine Woche ein und machst danach eine Pause vor der nächsten. Eine neue Eiweißquelle beobachtest du mindestens 7 bis 10 Tage.
- Auch in der Ruhephase gehören Öl und ein Mineral- und Vitaminzusatz zur Ration, damit der Bedarf gedeckt bleibt.
- Blut im Kot, mehrmaliges Erbrechen, Schlappheit oder Durchfall über ein bis zwei Tage gehören in die Tierarztpraxis.
Dein nächster Schritt
Die Reihenfolge ist für jeden Hund ähnlich. Was in den Napf kommt, wie viel davon und wann der nächste Baustein passt, ist es nicht. Das hängt von seiner Vorgeschichte, seinem Futter und eurem Alltag ab.
Wenn du dir dabei Begleitung wünschst, kannst du gern ein Gespräch mit mir buchen. Alle Beratungen findest du auf meiner Leistungsseite. Wir suchen gemeinsam den Weg, der zu euch passt, und gehen ihn in eurem Tempo.
Langsam ist nicht zu wenig. Langsam ist nachhaltig.
Weiterlesen auf dem Blog:
- Futtermittelallergie beim Hund: Was die Haut dir zeigt und wie die Ausschlussdiät funktioniert
- BARF für Einsteiger: Die häufigsten Fehler bei der Rationsberechnung
Quellen
- Pilla, R., Suchodolski, J. S. (2020): „The Role of the Canine Gut Microbiome and Metabolome in Health and Gastrointestinal Disease“. Frontiers in Veterinary Science, 6, 498. https://doi.org/10.3389/fvets.2019.00498
- Leib, M. S. (2000): „Treatment of Chronic Idiopathic Large-Bowel Diarrhea in Dogs with a Highly Digestible Diet and Soluble Fiber: A Retrospective Review of 37 Cases“. Journal of Veterinary Internal Medicine, 14 (1), 27-32. https://doi.org/10.1111/j.1939-1676.2000.tb01495.x
- Mondo, E., Barone, M., Soverini, M., D’Amico, F., Cocchi, M., Petrulli, C., Mattioli, M., Marliani, G., Candela, M., Accorsi, P. A. (2020): „Gut microbiome structure and adrenocortical activity in dogs with aggressive and phobic behavioral disorders“. Heliyon, 6 (1), e03311. https://doi.org/10.1016/j.heliyon.2020.e03311
- Kastner, U., Glasl, S., Follrich, B., Guggenbichler, J. P., Jurenitsch, J. (2002): „Saure Oligosaccharide als Wirkprinzip von wäßrigen Zubereitungen aus der Karotte in der Prophylaxe und Therapie von gastrointestinalen Infektionen“. Wiener Medizinische Wochenschrift, 152 (15-16), 379-381. https://doi.org/10.1046/j.1563-258x.2002.02057.x
Der Ablauf des Darmaufbaus, die Anwendung der Flohsamenschalen und der Moro’schen Karottensuppe und der naturheilkundliche Blick auf Darm und Haut beruhen auf meiner Ausbildung und Beratungspraxis.
Diana Duquenoy, zertifizierte Ernährungsberaterin für Hunde. Abschluss des staatlich zugelassenen Fernlehrgangs Tierernährungsberater*in (Laudius, ZFU 7438923).
Veröffentlicht: 22.10.2026
Hinweis: Dieser Ratgeber begleitet dich mit Wissen aus der Ernährungsberatung. Er ersetzt keine tierärztliche Diagnose oder Behandlung und keine individuelle Rationsberechnung.

